34r
sie stattete ihr, dieser Vermählung wegen, 'Glückwünsche ab.und bewirkte für sie die Erlaubuiß zur Rückkehr nach Sparnien, welche aber diese Prinzessin nicht anuahm, weil sieverlangte, man sollte zuvor mit der Bestimmung einiger Din-ge, die vorhergehcn müßten, den Anfang machen.
Die Prinzessin Ursini, die nur auf die Befestigung ih<rer Autorität dachte, saun daher auf Mittel, den Kardinaldcl Giudice von dem französischen Hofe zu entfernen, weilsie befürchtete, die große Achtung, womit Ludwig XIV die«sen Prälaten beehrte, möchte ihren Fall nach sich ziehen.Um den König dahin zu vermögen, machte sie bey ihm eirnige scheinbare Gründe geltend, und der Kardinal erhieltBefehl, nach Spanien zurückzukomwen. Es ereigneten sichaber inzwischen Vorfälle, welche verursachten, daß diese Rück-kehr nicht so schleunig erfolgte, als die Prinzessin es wünschte.
Schon seit einigen Monaten hatte D. Melchior Macarnay, Fiskal des Raths von Kastilien, demselben ein Memo«rial wider die kirchliche Immunität übergeben, worinn er dieMißbräuche vorstellte, die aus derselben entsprängen, undwie weil sie ihre Gewalt über die durch die Canones festge-setzte Gränzcn ausgedehnt habe. Macanay hatte dieses Me-morial in wenig gemässigten Ausdrücken abgefaßt, man be-merkte darrnn eine Menge verwegener Sähe, die der Lehreder heil. Väter entgegen waren, der Immunität der Kirchewiderstritten und sich der Ketzerei näherten. Er wollte inSpanien die Grundsätze der gallicanischen Kirche und einenunmittelbaren Ungehorsam gegen dasTridentinische Conciliumeinführen. ES war zwar ein Theil seiner Federungen undVorschläge billig und gerecht, die Art seines Vortrags aberwar der Kirche schimpflich; er gebrauchte Ausdrücke, die sichfür einen Katholischen Staatsbeamten nicht schicken. Nach-dem dieses Memorial bekannt gemacht worden war, erregtees bey verschiedenen Personen Zweifel gegen die Religion desMacanay; die Vernünftigsten betrachteten ihn als einen ehr-süchtigen und schmeichlerischen Katholiken, der durch die Be, 'schühung des Orry und des P. Nobinet sein Glück zu machenhoffte. Orry verstand nicht, was er billigte, und von demP. Nobinet können wir nickt glauben, obgleich Macanay sichdamit prahlte, baß er seinen Gesinnungen veygepflichker ha-be, weil dies mit seinem Stande streiten würde und weil die
B 3 Jesuiten