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lige, einäugige Geschöpf, ohne Geist und Anmuth, hatte sich -deS Prinzen frühzeitigen Genußlricb zu .Nütze gemacht und P >»seine Unschuld g-mißbrauchr, um stine erste Liebe zu erschienchen. Alle Weit war damals erstaunt, und war es noch zumeiner Zeit, daß der Prinz, der schönste junge Mensch imganzen Königreich und vielleicht von allen semen Zeirgenvsrsen, nicht mehr Mukh gehabt hatte, den ersten Drang durcheine bessere Wahl zu befriedigen. Lange blieb seine Zntrignc einGeheimnis!: nur die Königin > Mutter wußte davon; aber sis >4;rließ ihn damit spielen, weil eine Liebschaft dieser Art ihremEinfluß auf ihn nicht hinderlich seyn konnte. ^
Erst nachdem der König den Kardinal Mazarin vcrlsh« «'Sren und seine Nichte vergessen hatte, ließ er seine Leidemfchaft sich in voller Freiheit entwickeln. Ausser der Königin nuD
und seinen erklärten Geliebten liebkoste er jedem schönen Ge« stMi
sichte, das ihm gefiel. Die Liebe spielte während seiner ganzen ü'mki
Regierung eine sehr bedeutende Rolle; nur artete sie zuweilen W-«
in wirkliche Ausschweifung aus. Ein glühender Trieb nach biM
sinnlichem Genuß machte den großen König blind gegen seine li«id«
Herablassungen zU Aufwärterinnen, Blumenmädchen, Hof« l«il
damen, Schauspielerinnen, ja sogar zu Weibern braver D«is!
Männer > die sich deswegen auf immer mit ihnen entzweiten. m ll: i
Dontems, sein erster Kammerdiener, hatte das wichtige iGe«schäst dieser Menus, Plaisirs, und behielt die besonder» ltzi.Umstände dieser Galanterieen als Geheimniß des Königs.
Er ließ die Kinder erziehen; die Mädchen, welchen der Kö« l«z.nig LvovO Rihlr, zur Aussteuer gab, brachte er an denMann; die Söhne wurden bei den Truppen angestellt. Betsonders gefiel dem König eine gewisse des Oeilicrs, die Toch«ter einer Schauspielerin. Diese hielt sein Herz ziemlich lan»ge fest; strebte auch nach dem Borzug, erklärte Geliebte zuseyn. Als cs ihr Ludwig XIV. standhaft abschlug, grämtesie sich darüber dergestalt, daß sie vor Kummer starb.
Von den vielen weiblichen Geschöpfen, die er »m sichgehabt hat, liebten nur wenige den Monarchen, der dochwirklich liebenswürdig war, der auch ein Frauenzimmer ge«wist hätte glücklich machen können, wen» er nicht König ge«wesen wäre. Fast alle heftete Eigennutz oder Stolz an ihn:diejenigen aber, die ihn wirklich wegen seiner selbst liebten,
Ware» so unglücklich, daß sie ihn nicht lange genießen konm
ten.