VII.
Bewaffnete Unterhandlung mit Savoyen.
Der König hatte sich im I. l6y6 fest entschlossen,alleö mögliche zu thun, um seinem Reiche den Friedenzu verschaffen, den eS so sehr bedurfte. Er sah aberein, daß cS ihm nur gelingen könnte, wenn er eine derverbundenen feindlichen Machte von der Allianz trenn-te , so daß durch deren Abtritt die übrigen geschwächtund er in Stand gesetzt würde, ihnen kräftiger zuwiderstehen und sie zum Frieden zu zwingen. Er rich<sbte seine Absicht zuerst aus den Herzog von Savoyen,der ihm wegen der engen Zugänge seines Landes diemeiste Beschwerlichkeit und Aufwand verursachte, undübrigens mit dem Kaiser und Spanien sehr unzu-frieden war, weil ihm beyde wenig von dem hielten,was sie ihm versprochen hatten und noch immer fortversprachen. Zur Ausführung dieses Planes gab erdem Marschal! Catinat eine furchtbare Armee, erchcilteihm aber auch eine weitläufige geheime Instruction mitder freyen Vollmacht, mit dem Herzog von Savoyenzu unterhandeln und wo möglich Frieden zu schließen.
Catinat pastirte in kurzer Zeit Lurch das Gebirgeund drohte, indem er zugleich die strengste Manns-zucht hielt, das ganze Land zu verwüsten und ohneSchonung die Maulbeerbäume der Ebene »iederhauenzu lassen, die wegen des Seidenbaues Len Reichthumdes Landes ausmachen und durch deren VertilgungdaS Land aus ein Jahrhundert zu Grunde gerichtetworden wäre. In den vorhergehenden Feldzügenhatte der Herzog von Savoyen schon seine schönstenLustschlösser von den Feinden niederbrennen sehen müs-sen. Hr. von Catinat, der keinen Augenblick die Ar-mee verlassen konnte und für die Unterhandlung einen.Mann von Einsicht und Gewicht bedurstc, hatte sichden Grafen von Tests zugeben lasten.