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Zweyte Abtheilung, Drey und zwanzigster Band (1802)
Entstehung
Seite
122
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rer gelangt, wo er sich selbst der Geschäfte hätte unter,ziehen können; allein die Verbindlichkeiten, die er ge.gen ihn hatte, die Gewohnheit, die Ergebung in sei-nen Willen, die er seit seiner Kindheit gegen ihn ge-habt hatte, und seine angebvrnc Schüchternheit hieltenihn ab, sich in die Geschäfte zu mischen, so lange derCardinal lebte. Und wiewohl man gesagt hat, er fangean, dessen müde zu werden; so glaube ich doch nicht,daß er dieses Joch so leicht abgeschüttelt hätte.

In den letzten Jahren seines Ministeriums wardem Cardinal der Hof gänzlich unterwürfig. Allein daer jedermann nöthig hatte; so schonte er die einen undandern so gut er konnte. Er versprach viel und hieltwenig. Man gehorchte ihm mehr, weil man von ihmhoffte, als weil man ihn fürchtete. Ihn selbst brachteman durch Drohungen zu mancherlei. Kurz, er warein Mann, der mit einer großen Gewalt doch eine ge-wisse Aengstlichkeit vor den Menschen hatte. Uebri-genS lebte er mit seinen Freunden auf einen vertrauli-chen Fuß, überließ sich mit ihnen den Vergnügungenund dem Spiel, und unterdrückte dadurch den Mmh.

Da er ehemals sehr in Verlegenheit war, als erFrankreich verließ, weil eS ihm an Geld fehlte; so such-re er sich welches zu sammeln, und trieb mit den Acm-rern im Königreich eine Art von Handel. Mit einemWort, ohne Geld konnte nichts erreicht werden. HerrFouguet, der Oberausseher der Finanzen, hatte vonder andern Seite den Zweck, einmal den ersten Platzzu bekommen, und weil er ein Mißtrauen gegen denCardinal hegte, mit welchem sein Bruder, der AbtFouguet ihn entzweit hatte; so suchte er sich Anhän-ger zu machen, und streute bei Hof viel Geld aus.Dadurch wurde dieser glänzender und die Vergnügungennahmen zu. Die alten und angesehensten Hofleute wa-

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