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Zweyte Abtheilung, Zwanzigster Band (1800)
Entstehung
Seite
386
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„leicht das französische Blut gegen die spanische Fa-„ction aufwallt."

Der Großherzog und der Kardinal Dechant wg.ren so edel, diese Aeußerung nicht übel aufzunehmcn,und der Marquis von Riccardi, des ersten Gesandter,sagte mir beim Weggehen; daß es ihm sogar gefallenhabe, und daß er den Kardinal Jean Charles tadelns-würdig finde.

Einige Tage darauf fiel ein anderer Auftrittvor, der glücklich genug für mich war. Der spani-sche Gesandte, Herzog von Terranova, überreichte demKardinalscollegium ein Memorial über einen Gegen-stand, den ich nicht mehr weiß. Er belegte darinnden König, seinen Herrn, mit der Würde des älte-sten Sohnes der Kirche. Dieser Ausdruck fiel mirauf, als der Secretär des Collegiums eS vorlas. DieKardinale von der Faction bemerkten ihn, meinemBcdünken nach, nicht; wenigstens ist es gewiß, daßer nicht erwähnt ward. Ich ließ ihnen alle möglicheZeit, weil ich weder Uebereilung noch etwas Gesuch-tes zeigen wollte. Da ich aber alle in tiefem Schwei-gen bleiben sähe, stand ich auf, verließ meinen Platz,stellte mich dem Kardinal Dechant zur Seite und wi-dersetzte mich förmlich dem Artikel, worinn der katho-lische König ältester Sohn der Kirche genannt wurde.Ich begehrte meine Widersetzung gerichtlich gemachtzu sehen, und man bewilligte es mir in aller Form,von vier Ceremonienmeistern unterzeichnet. DerKardinal Mazarin war so gütig, dem König und derKönigin Mutter im vollen Zirkel zu sagen: diesStückchen sey mit dem spanischen Gesandten verab-redet gewesen, um mir in Frankreich eine Ehre dar-aus zu machen» Für einen Minister ist es nie anstän-dig, ein Betrüger zu seyn; treibt er aber den Betrug

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