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Zweyte Abtheilung, Zwanzigster Band (1800)
Entstehung
Seite
354
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brauchte. Ich war so ehrlich, dem Kardinal von Est,vermittelst des Signor Seotki diesen Befehl mitzu-rhetlen; und der Kardinal so gütig, mich in Ruhe zulassen.

Den folgenden Tag hakte ich bei dem Pabst einevier Stunden lange Audienz, worinn er mir alle Be-weise eineö edle« Willens und eines Verstandes gab,der sich weit über das gewöhnliche erhebt. Er ließsich so weit herab, sich bei mir zu entschuldigen, daßer für meine Freiheit nicht nachdrücklicher gehandelthatte. Seine Thränen flössen hier reichlich und ersagte mir:Gott verzeihe es denen, die mir die ersteNachricht von Ihrer Gefangenschaft nicht früh genuggegeben haben. Der Betrüger Valancey überrasch-te mich und sagte mir, daß Sie eines Anschlags auf'des Königs Person überwiesen waren. Kein Kon-tier von Ihren Verwandten oder Freunden kaman. Der Gesandte konnte mit Bequemlichkeit vor-bringen, was er wollte, und das erste Feuer deS Kar-dinalscollegium dämpfen, welches, da eS Niemandvon Ihnen hier sah, zur Hälfte glaubte: das ganzeReich habe Sie verlassen."

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Alle diese Umstande hakte ich von dem Abb/ Cha-rier schon in HospitalitL erfahren. Er war aus Man-gel an Geld noch zehn bis zwölf Tage nach meinerGefangenschaft in Paris geblieben, und sagte, daßer vielleicht noch lange da geblieben seyn würde, wennihm nicht der Abbe Amelor zweitausend Thaler ge-bracht hätte. Dieser Verzug kam mir hoch zu stehen.Denn es ist gewiß, daß der Pabst wenn er durch ei-nen Kourier von meinen Freunden wäre vorbereitet ge-wesen, dem Gesandten-keine Audienz gegeben, oderwenigstens vorher selbst seine Maasregeln genommenhaben würde. Dies war ein Hauptfehler, und gerade

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