So brachte Monsieur seine Zeit zu, und erwarte!ke mit großer Ruhe und Gelassenheit die Stunde derNiederkunft von Madame. Eine Prinzessin«, die sieendlich gebahr, versprach ihm bald einen Sohn, undkie Wünsche aller guten Franzosen würden durch dieGeburt mehrerer Prinzen des vermuthlichen Throner-ben vollkommen erfüllt geworden feyrr, wenn Gott,aus Gründen in die uns einzudringen nicht erlaubt ist,Madame nicht aus der Welt genommen hätte- IhrTod drei Tage nachher verwandelte alle Hoffnungen inTrauer, und war eine zu gewisse Vorbedeutung allesUnglücks, das Monsieur nachher traf.
Heber diese traurige Ereigniß war er sehr betrübt,und von Schmerz niedergedrückt, er gab aber auch da-bei Beweise seiner wahren christlichen Gesinnungen durchdas öffentliche Bekenn Miß, daß er eine so tugendhaftePrinzessinn nicht verdient, und daß Gott , sie ihmgenommen habe, um ihn wegen seiner gewöhnlichenAusschweifungen, von denen er sich zu bessern versprach,zu strafen. Dies war eine große Beruhigung für denKönig und dis Königin«, und für den ganzen Hof er-freulich, nach dem Ancheil den jeder einzelne an einerso traurigen Begebenheit nehmen konnte.
Madame wurde zu St. Denis, wo das königlicheBegräbnis; ist, bcigescht. Das Leichenbcgängniß warso prächtig, daß es mehr dem einer Kömginn, als derSchwägerin» des Königs gleich sah. Die KönignmMutter nahm viel Antheil an Monsieurs Vetrübniß,La ihre Hoffnungen von dieser Verbindung, die ihr soviel Mühe und Sorgen gemacht hatte, vergebens wa-ren. Madame von Gusse war untröstlich über denVerlust einer Tochter, dis ihr immer so gehorsam gewe-sen war, und daß sie durch einen so unerwarteten Zu-sal! den Vonhcüen, welche ihr Haus durch diese Ver-