RichelLeu's Staatsmaximen, xm
Auch in Heinrichs des IV. Seele lag ein Ge-iübd über gleiche Gegenstände. Aber nur welcherVerschiedenheit der Gefühle! Er, welcher jedemBauer so gerne das Huhn in den Topf besorgt hät-te, dachte sich, statt des „Rulnierens" ein Aufhe-ben der Partheysucht durch gerechte Gleichstellung,statt des „Niederdrückens" ein Unterordnen. Nurdurch Sicherung der Rechte und durch Stillung derBedürfnisse, wußte er, würden Unterthanen zurWilligkeit für ihre Pflichten zurückgeführt. UndIhm würde die „Nennung seines Namens" unterbeydcn Polen 'wenig wehrt gewesen seyn, wenn ersich selbst hätte sagen müssen, daß man, wenn ernoch so oft genannt werde, bey seinem Namen nichtden selbstthätigen, genialischen Helden und Staats-mann denken würde, der Er war. Richelieu s Ge-lübd, von unbegränzter Selbstsucht eingegeben,barte blos im Verstände seinen Sitz; an HeinrichsPlanen behielt Herz und Kopf gleichen Antheil.
Durch welche Thaten und Unthaten Richelieu(seit 1624) sein Gelübd ausgcführt habe, bis end-lich
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