§^er Graf von Drienne zeichnet sich selbst durchseine Memoiren als einen Mann von gerader Biederkeit.Sie verbürgen durch diese innere Spuren ihre eigene Glaub-würdigkeit. Je sichtbarer es ist, daß ihre Urheber seineStaatsgeschafte mehr durch ausdaurenden Arbeilsfleißbetrieb, als mit gewandtem Erfindungsgcist belebte, de-sto weniger ist zu besorgen, daß er durch Einmischung desletzteren in seinen Erzählungen mehr, wie man jetzt zuunterscheiden pflegt, für die Historie als für die Ge-schichte, das heißt, mehr für die Erfindung dessen,was geschehen konnte, als für die Auffindung des Gesche-henen Beyträge gebe. Um das geschehene nicht ohnepragmatische Winke zu überliefern, war er dennoch genugBeobachter. Zunächst für seine Kinder geschrieben, blie-ben diese Memoiren lange ein Pribateigenthum. DeinCardinal d'Etröes und andern Kennern der, Zeitgeschichtehat man ihre Herausgabe zu danken. Nach der Versiche-rung des französischen Vorredners hat man sich dabey keineAenderung, als Verbesserungen der Schreibart und— Ver-deutlichung dunkler Stellen erlaubt. Ob man durch die letz-tere Art von Nachhülfe dem Original nie ungetreu wordensey, kann, ohne dieses selbst aufzufinden, niemand beurtheilen.
Die Anmerkungen bey der Ausgabe von Am-sterdam 1719. 8 . (284, 294 u. 290 S.) sind, nach
einem