127
stellte alles ohne den geringsten Vorbehalt der Entschei-dung des Pahstes anheim.
Tags darauf sandte man einen Eilboten an denKönig, und wartete sodann mehrere Tage lang aufAntwort, ohne daß mittlerweile Versammlung gehalten,oder die Friedensactikel in Vorschlag gebracht wurden.In dieser Zwischenzeit kam ein Sekrctair aus Flan-dern an, welcher den spanischen Deputaten Depeschenüberbrachre. Vermittelst derselben warb ihnen zu wis-sen gechan , der König von Frankrei ch suche ste bloßmit leeren Worten hmzuhalttn, um dadurch Z it zu ge-winnen und seine KriegSrüstungen zu verstärken.
Der Legat ließ es sich äußerst angelegen seyn, ih-nen diesen Wahn zu benehmen, und endlich gelang eSihm auch, dieselben durch wiederholte Vorstellungenvom Gcgenthnl zu überzeugen. Auf der andern Seiteßengen die Franzosen ebenfalls zu argwohnen an, mangehe mit ihnen krüglich und arglistig um. Da strnun vollends erfuhren, daß nach Calais 4500Spanier übcrgeschiffk wä^cn, welche achtmal hun-dert tausend Ducaten bei) sich hatten; so begabensie sich zum Legaten, um von demselben zu erforschen,vb er wohl glaube, daß die Spanier aufs neue Händelanfangen wollten, oder wenigstens zu entdecken, wassie hicrbcy für Absichten hätten. Der Legat suchte ihnenallen Argwohn zu benehmen , und sagte, jene Landungsty eine Folge von den Befehlen , die bereits vor meh«rcrn Monaten erthcilt worden wären, so daß man die-selbe keineswegs als eine Verletzung der Fciedcnsrrakta-tenbetrachten könne; denn zu der Zeit, als diese Truppenaus Spanien abgesegelt wären, scy daselbst die Nach-richt, daß die Deputaten bereits die Unterhandlungeneröffnet halten, zuverlässig noch gar nicht bekannt ge-wesen. Ueberhaupt fty er der Meinung, daß man wohl
schwer-