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Zweyte Abtheilung, Dreyzehnter Band (1797) Biographische Uebersicht zu den Denkwürdigkeiten des hugenotischen Kriegsanführers Franz de la Noue
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sehen wir einen falschen kurzen Frieden, so sollten wir -.sagen, wir verdienten keinen bessern, weil man, demSprüchwort nach, de 6 Heiligen spottec, wennman über die Brücke ist, und die meisten wiederihren Eitelkeiten und gewöhnlichem Undank wieder denLauf lassen.

Es ist indessen immer ein löbliches Verlangen,wenn man den Frieden wünscht, einen guten nämlich(denn ein schlechter ist ein wahrer Meuchelmörder), dennDadurch scheinen Tugend und Frömmigkeit neues Lebenzu bekommen, wie hingegen die bürgerlichen Kriege diewahren Werkstatte aller Schändlichkeiten sind, die bes-sern Menschen Entsetzen erregen.

Ehmals gab es freilich auf beiden Seiten Leute,die nicht gern vom Frieden reden hörten; denn die einensagten, cS sey unanständig und unrecht, mit Rebellenund Ketzern Frieden zu schließen, die schwere Strafeverschuldet hätten, und in ihrem Jrrthum beharrten,bis man ihnen solchen durch gewaltsame Mittel benähme.

Waren nun die Herrn, die eine solche Spracheführten, von der Klinge, so trug man ihnen auf, in ei»ncm Sturm oder zu einem Scharmützel voran zu gehen,um die ersten zu seyn, die diese gottloser, Ketzer erleg»ken; dieß hatten sie dann kaum ein paarmal versucht,so wurden sie schleunig andern Sinnes.

Waren es andre, Geistliche oder Magistratsverso-nen, so stellte man ihnen vor, es sey durchaus erforder-lich , daß sie die Hälfte ihrer Einkünfte zu den Kriegs,kosten gegen Liese Ketzer beisteuerten: plötzlich waren siefür den Frieden!-

Kurz, welchen Anstrich sie auch von Frömmigkeitoder Gerechtigkeit ihrer Widersetzlichkeit gegen den Frie-den gaben, so fand sich doch allemal, daß unmenschlicheLeidenschaft zum Grund lag.