Druckschrift 
Zweyte Abtheilung, Dreyzehnter Band (1797) Biographische Uebersicht zu den Denkwürdigkeiten des hugenotischen Kriegsanführers Franz de la Noue
Entstehung
Seite
110
Einzelbild herunterladen
 

HO.

seine Munition nicht unnökhigek Weise verschwenden,da er sie anderwärts besser brauchen könne, und gewißwisse, daß sich die Stadt nächstens aufDiserekion erga-ben müsse. So habe ich mirs zu Neapel selbst erzählenlassen. In der That war dies eine wunderliche Einbil«düng von ihm.

Ich habe auch daselbst gehört, daß er sieben Wo^chen lang davor gelegen habe, ohne einen Schuß zu thun.Darüber verstrich denn freilich die Zeit; eS kam schlechke.verdorbene Luft, Krankheiten rissen ein, die Feinde ver-gifteten^ das Wasser, und so schmolz seine schöne Armeeso sehr zusammen, daß von hundert kaum zehn davonkamen.

lsO

jWÄ'

Er selbst bekam ebenfalls feinen guten Theil davonund wußte endlich daran sterben. Als er nun krankdarnieder lag, erkundigte er sich beständig bei jedermannder zu ihm kam, wie eS im Lager siche, und ob die .Krankheiten noch nicht nachließen? Um ihn zu scho- lMneu, hatte man jedermann gestimmt, ihm zu sagen,

Gottlob eS werde nicht mehr schlimmer, und die Krank« W,

heit fei nicht mehr so häufig und stark. Er merkte aber Get

doch aus ihren Minen, und aus ihrer abgenvmmenett ^Munterkeit, daß es nicht ganz richtig seyn müsse, kriegtedaher eines Tags zween Pagen vor, die in seinem Zim- tzmer waren, und drohte ihnen, sie bis aufs Blut hauen ^ «zu lassen, wenn sie ihm nicht die reine Wahrheit sagten.

Da sie nun die Ruthe fürchteten, so beichteten sie allesrein heraus, was er so sehr zu Herzen nahm, daß er vor ÄKummer und Aerger darüber verschied. - ^

Dieß war denn allerdings ein elender Tod, beson-derS nach dem Verlust so vieler braven Leute, worunter Kviele der vornehmsten Generale waren, wie er selbst,der Markgraf von Saluzzo, Dom Pedro von Navarra, ««ch

der