zufrieden machte. Wir finden überhaupt, daß einigeunsrer Könige, besonders von den neuern, nach Launeund Belieben gar veränderlich in Ansehung ihrer Gunst,linge find, bisweilen mit Vortheil, bisweilen zumSchaben. Allemal aber wird ein Hochfinniger durch ei»ne unanständige Behandlung aufgebracht, und zu Din-gen verleitet, die ihm sonst nicht eingefallen wären.Ich bin nur ein armer Erdenwurm, und darf michhier nicht in Vergleichung bringen; aber doch schwurich einst, als der hochscelige König Heinrich M. michunzufrieden machte, nie weder ihm noch je einem Kö-nig von Frankreich mein ganzes Leben lang wieder einenDienst zu thun.
Der verstorbene Herr Connetable war zur Zeitseiner Gunst der Meinung, einen unzufriedenen Adcli-chen müsse man immer durch eine Gesandschafc oder ei-ne kleine Careffe des Königs zu besänftigen suchen.Dies änderte sich nachher gar sehr. — König Franzsagte: Das gefährlichste Thier in seinem Reich sey einaufgebrachter Edelmann. Er sagte dies aus Erfahrung,in Rücksicht auf dem Herzog von Bourbon, der es ihnwohl hatte empfinden lassen.
Kurz, man darf sich gar nicht wundern, wenn derAerger und die Unzufriedenheit den Herrn Mar-schall von Bellegarde verleiteten, zu thun was er that.Ich glaube, er würde wohl noch mehr gethon haben,wenn er Vas Leben behalten hatte, denn er besas ei-ne große Tapferkeit, einen großen Geist und ausge«breitete Wissenschaft. Dergleichen gelehrte beleseneteutt nun nehmen aus ihren Büchern Beispiele, de-nen sie nach ihren Neigungen und Leidenschaften nachzu-ahmen streben.