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Zweyte Abtheilung, Zwölfter Band (1797)
Entstehung
Seite
120
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Was seine geistigen Eigenschaften betrifft, so warer geli hrk, und las bald wenig bald viel. Er sprachsehr gut, und wußte große Reden und große Plane zuentwerfen.

Er war der siebe sehr ergeben, und besaß vorzüg-liche Eigenschaften für sie. Bit Hof liebte er ersteine sehr vornehme schöne Dame, eine verwittwete Für-stinn. Da sie sich aber nicht wieder verheuralhenwollte, worauf er eigentlich bei ihr sann, und aucheinen gewissen Geschmack harte, der dem männli-chen Geschlecht nicht sehr günstig war, so war derGraf nicht sonderlich glücklich bei ihr. Er beschloß da-her, durchs Fenster in ihr Rmmer zu steigen, und sie zu besiegen, mit Gewalt oder auf Capitulation.Die Sache wurde aber verrathen und mußte unterblei-ben. Die Dame starb bald darauf. Er hatte auchsonst noch mehrere andre Liebschaften , besonders war ersehr verliebt in eine hohe vermahlte Dame in Guycnne,die ich 'kannte, er kam aber ebenfalls nicht sehr weitmit ihr, hatte auch nicht sonderlich Gelegenheit, ihraufzuwarten. Der Herr von Strozzy war sein Nach-fvlger bei ,hr.

Um zum Schluß mich kurz zu fassen: Grafvon Briffac war einer der vollkommensten Herrn, dieich je an unserm Hofe sah. Ich kannte nie einen, derin seiner Jugend nicht irgend einen dummen Streichgemacht hatte; nur Brissw blieb stets frei hievon. BeiHof ist eS sonst gewöhnlich, junge Leute, wenn sieo»m stellt werden, oder sonst dahin kommen, zumB stell zu haben; nie aber machte man sich an ihnmit dergleichen Possen, denn er that und sagte alles anseine sehr geschickte und gefällige Art, und duldete über-dies nicht leicht, wenn man ihn sticheln oder reizen

wollte.