Druckschrift 
[2] (1796)
Entstehung
Seite
101
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Er war ein so grosser Mann, daß wegen dervielen schönen Thaten, die er verrichtete, viele Fran-zosen, Spanier undItaliäner von ihm sagten, und e6 steifund fest glaubten: er habe einen Spiritus Familiaris,der ihm alle seine Aufsätze und Plane entwerfe,und sie ihm so gut ansführen helfe. Daher ich dennLeute in Piemont gesehen habe, welche glaubten undversicherten, der Teufel habe seinen Tod beschleunigtund ihn geholt.

Dies ist aber alles falsch und albern. Sein fei-ner Geist, sem großer Verstand, seine Einsichten,seine Wachsamkeit, seine Geschwindigkeit, seineKlug«heit, sein gutes Herz und sem Glück waren sein ein-ziger wahrer Dämon und Spiritus Familiaris; ei-nen andern hatte er nie. Ich habe ein Gleiches demAdmiral und Mehrern andern großen Feldherrn, wel-che mehr als gewöhnliche Menschen verrichteten, nach-sagen hören, und der unwissende Pöbel schreibt allesdirsem Spiritus Familiaris zu.

Was seinen Tod bctrift, so starb er wie ein an-drer und guter Christ, jedoch äußerst ungern und un-tröstlich, daß er seine schönen Plane nicht erlebensollte, die er so gerne vor seinem Ende noch ins Werkgesetzt hätte, wie er gedacht und gehoft hatte. DiesePlane grenzen auf mehrere Städte in der Lombardey,besonders auf Pavia, das er in kurzer Zeit wegge-nommen hätte, vermittelst eines Thors, dessen er sichdurch erkaufte Verständnisse bereits versichert, hatte,wie er daraus einigen seiner vertrautesten Freunde, keinGehcimniß machte. Ihnen sagte: man müsse hinund den Huth oder die Mütze des Königs Franz wie-der holen, den er nach seiner Gefangenschaft dort ge-lassen hatte. Wiewohl einige sagen, es sey zu Genuagewesen, was man für richtiger hält.

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