Druckschrift 
Zweyte Abtheilung, Zehnter Band (1795)
Entstehung
Seite
346
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Man sagte zu seiner Zeit in Guyenne: es gebedrcy edie und tapfre Ritter, alle drey Zeitgenossen undin mchrern Punkten beynahe ganz gleich, der eineaus Poitou, Herr von Esse, der andre aus TaintongeHerr von Burie, der dritte Herr von Sansac ausÄngonlmois, welche drey Länder ein Dreyeck bildenund an einander gränzen. Dabey lobte denn jederden, den er loben wollte, von seiner Nation, je nach«dem er just eingenommen war. Indessen habe ich dochvon Unpartcyrschen sagen hören, daß Herr vonEsse beydcn andern vorzuzichen scy: denn er warmehr, als die andern, so wohl an artigem Be-tragen , als an annehmlichem Umgang, schöner Hal-tung und angenehmer Unterhaltung. Die Tapferkeitrechne ich hier gar nicht: denn davon hatten Gott Loballe drey ihre gute Portion, so wohl an ritterlicher Ge-schicklichkeit, als an artiger Unterhaltung unter Herrnund Damen.

' Als er in Schottland war, svielte er einst mitder verwittweten Königinn, einer sehr artigen und vor-trefflichen Fürsiinn und achten Schauster der Herrvon Guise. Mehr bedarf cS nicht zu ihrem Lobe: denndicß ist alles, was man zu sagen braucht. Sie wareine große Liebhaberin» vom Spiel und spielte oft mitdem Herrn von Esse und andern französischen Cava,liers. Allein an diesem Tag, da sic spielten, Men sieeinander so zu, daß die Königinn sechstausend Thalecpaar verlohr, und da sie den Herrn von Esse bat, aufihr Wort noch bis auf andre'sechstausend Thaler fortzu spielen, so schlug ers ihr nicht ab, so sehr höflichund respcktsvoll war er gegen die Damen. Die Kö-nigin» spielte also weiter und zwar so glücklich, daßsie ihren ganzen Verlust wieder gewann.Nun Ma-dame, sagte der Herr von Esse, sind Sie heraus: