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Zweyte Abtheilung, Zehnter Band (1795)
Entstehung
Seite
324
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Er war ein so schöner Cavaliee, daß er für denschönsten unter seinen Brüdern gehalten wurde, wie auchich selbst der Meynung bin, da ich sie alle kenne undmit ihnen umgegangen bin. Er war brav und tapferund wurde als ein ganz junger Mensch in der Schlachtvon Saint - Lluenrin zugleich mit seinem Herrn Vatergefangen genommen, an dessen Seite er wacker kämpf,re und ihn unterstützte.

Philipp der Kähne erwarb sich diesen Zunahmendadurch/daß er, so jung er auch war, seinen Vater,den König Johann in der Schlacht bey Poitiers nichtverließ, sondern wacker an seiner Seite kämpfte undsich mit ihm gefangen nehmen ließ.

Eben so that der Herr von Montberon in die-ser Schlacht gegen seinen Vater; und um seinerTapferkeit die Krone aufzusctzen, hielt er sich in derSchlacht bei) Dreux so nahe zu diesem Vater, und un«terstützte ihn so gut, daß er im tapfern Kampf andessen Seite getödet wurde.

Traun ein schönes und ehrenvolles Schicksal desSohnes, dem Vater so ausfallend seinen kindlichenund liebevollen Edclmuth noch vor seinem Ende bewie-sen zu haben. Der Pater beklagte aber auch seinenVerlust gar sehr; denn er liebte ihn und erkannte ihnfür einen sehr edelmüthigen jungen Mann.

Es konnte auch nicht anders seyn. Er warein tüchtiger Schläger auch ein wenig stolz, feine Ruhm-sucht und sein Stolz aber waren erträglich, indem sieeinen schönen und angenehmen Anstrich hatten. Wernun so bestimmt ist, muß freplich stets darauf be-dacht seyn, diesen Ruhm immer durch irgend einegrvßmüthige ganz untadelhaste Handlung zu unterhal-ten. Denn sonst ist er verlohren, und muß sich vor aller

Welk