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Zweyte Abtheilung, Zehnter Band (1795)
Entstehung
Seite
259
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Es ist ausser Zweifel, daß dieß bestellte Leutewaren, um ihm einen üblen Possen zu spielen. Alleinseine Diener machten, ungeachtet seines BefehlsdieThore fest zu und einige standen darauf; es ka uennoch einige Pferde, wovon man dem Herrn KanzlerNachricht gab, der, ohne eine Miene zu verand rn,noch eine andre Sprache zu führen, als zuvor, gleicheStandhastigkett bewies, dem Tod unter die Augen zutreten. Es fand sich aber endlich, daß diese letzter»die Nachricht brachten, sein Tod scy nicht beschlossen,sondern ihm das Leben geschenkt.

Er antwortete trocken: er glaube nicht, je verdientzu haben, weder daß man ihm das Leben schenke, nochdaß man seinen Tod beschleunige.

So erzählte dieß ein rechtschaffner Mann, ei»ner von den Freunden des Kanzlers, dem Herrnvon Strozzy und mir bey der Belagerung von la Ro-chelle; denn mir beyde befanden uns nicht bey jenemBlutbad. Ich hätte auch nicltt dabey seyn mögen undwenn ich zehntausend Thaler dabey zu verdienen gewußthätte, so wie mehrere meiner Kameraden.

Wir waren zu Brouage um uns zur See einzu«schiffen und eine Reise zu machen, als ohngefähr nacheinem Jahr und drüber, glaubeich, dieser große Kanzlerstarb, sehr hrntangesetzl, und doch der würdigste, derjemahls diesen Posten bekleidete.

Ich habe zu der Zeit eine Vergleichung zwischenihm und Thomas Morus anstellen hören, einem Kanz-ler von England, ebenfalls dem größten, der je in jenemLande war, ausser daß der eine sehr katholisch war,der andre aber für einen Hugenotten gehalten wurde,ungeachtet er in die Messe ging. Man pflegte aberbey Hof zu sagen: Gvtk bewahre uns vor derMesse des Herrn von Hospital.

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