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Zweyte Abtheilung, Zehnter Band (1795)
Entstehung
Seite
86
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mein mit den Feinden werden, und akS sie ihnen mitWorten, welche Felsen hatten erweichen können, zu«redete, um sie zu ermahnen und anzufeuern, schulter-ten sie plötzlich ihre Piken, ohne sich zu schlagen, wor-auf beyde Theile das Gewehr wegwarfen, und sich alsFreunde in die Arme eilten, und sich zusammen ver-schwuren und verbündeten, ihre Königin« zu greifen,und gefangen nach England zu liefern.

Der Herr von Crofy, ihr Haushofmeister, einEskalier aus Auvergne, erzählte den'ganzen Hergangauf diese Art der KöniHinn Mutter, als er aus Schott-land herüber kam. Ich sah ihn zu Saint Maur,wo er ihn einigen von uns erzählte.

Endlich wurde sie nach England geführt, wo sieaus ein Schloß gesetzt und so enge und gesanglich ver-wahrt wurde, daß sie in achtzehn bis zwanzig Jahrennicht herauskam, bis zu ihrem Tod, den ihr das garzu grausame Unheil brachte, das sich auf mehrerenicht sehr einleuchtende Gründe stützt, welche darinangeführt werden. Ein Hauptgrund war, wie ichvon guter Hand weiß, daß die Königinn von Englandsie nie wohl leiden mochte und jederzeit und schonlange her auf ihre Schönheit eifersüchtig war, weilsie sich gestehen mußte, daß sie die ihrige übertraf.Dicß nenne ich doch Eifersucht! Dann war es aberauch wegen der Religion.

Diese Fürstin« wurde also nach ihrer langen Ge-fangenschaft endlich zum Tod durchs Schwert verur»theilt, und dieß Urthcil wurde ihr zwey Jahre zuvorangckändigt, ehe sie hingrrichtet wurde. Einige sa-gen, fle habe nichts davon gewußt, bis man sie habezur Hinrichtung abholen wollen, andre reden davon,daß man es ihr zwey Monathe vor der Hinrichtung

bekannt