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Zweyte Abtheilung, Zehnter Band (1795)
Entstehung
Seite
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Sie war eine sehr gute Gesellschafterin« vonmuntrer Laune und liebte alle anständigen Leibesübun-gen z. B. den Tanz, wo sie sehr viel Grazie undMajestät zeigte.

Auch die Jagd, liebte sie sehr. Hievon hörte ichvon einer großen damahligen Hofdame folgendes erzäh-len : der König Franz hatte sich einen bcsondern Zirkelauserlesen, welcher die kleine Bande genanntwurde und auS den schönsten artigsten Damen seinesHofs bestand, denen er vorzüglich gewogen war. Dastahl er sich denn oft von seinem Hofe weg nach an-dern Häusern, um da zu jagen und sich die Zeit zu ver-treiben, und blieb dann bisweilen, acht, zehn Tage«ft mehr oft kürzer daselbst, je nachdem er geradeLust dazu hatte. Da unsre Königinn, welche da-mahls d-e Frau Dauphine war, sah, daß solche Par«thien ohne sie gemacht wurden, und daß hinge-gen ihre Schwägerinnen sich dabey befanden, wäh-rend sie das HauS hüten mußte, so bat sie den König,sie jeveSmahl auch mit zu nehmen: Ec möchte ihrdie Ehre erzeigen, ihr zu erlauben, daß sie nicht vonseiner Seite käme.

Man sagt, daß sie, so fein und scharfsinnig als siewar, dieß nicht sowohl um der Jagd willen, als viel«mehr in der Absicht that, die Handlungen des König-zu beobachten, in seine Geheimniße einzudringen undalles zu hören und zu erfahren.

Der König Franz wußte ihr diese Bitte, die erals einen Beweis ansah, daß sie sich gerne in seinerGesellschaft befinde, so sehr Dank, daß er sie ihrganz bereitwillig zugestand. So sehr er sie auch vor-her schon liebte, so liebte er sie doch darum noch weitmehr und machte sichs zum angenehmen Geschäft, ihr