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8 : Abth. 1, Bd. 8 (1895) Der Fall Wagner [u.a.]
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nothwendig zur Festfeier, und hielt es als einen unent-behrlichen Theil des Gottesdienstes fest. Das ist ver-ächtliches Geschwätz, man wird einen Lobeck nicht einenAugenblick ernst nehmen. Ganz anders berührt es uns,wenn wir den Begriffgriechisch prüfen, den Winckel-mann und Goethe sich gebildet haben, und ihn unver-träglich mit jenem Elemente finden, aus dem die diony-sische Kunst wächst, mit dem Orgiasmus. Ich zweiflein der That nicht daran, dass Goethe etwas Derartigesgrundsätzlich aus den Möglichkeiten der griechischenSeele ausgeschlossen hätte. Folglich verstand Goethedie Griechen nicht. Denn erst in den dionysischenMysterien, in der Psychologie des dionysischen Zustandsspricht sich die Grundthatsache des hellenischen In-stinkts aus seinWille zum Leben. Was verbürgtesich der Hellene mit diesen Mysterien? Das ewigeLeben, die ewige Wiederkehr des Lebens; die Zukunftin der Vergangenheit verbeissen und geweiht; das trium-phirende Ja zum Leben über Tod und Wandel hinaus;das wahre Leben als das Gesammt-Fortleben durch dieZeugung, durch die Mysterien der Geschlechtlichkeit.Den Griechen war deshalb das geschlechtliche Sym-bol das ehrwürdige Symbol an sich, der eigentliche Tief-sinn innerhalb der ganzen antiken Frömmigkeit. AllesEinzelne im Akte der Zeugung, der Schwangerschaft,der Geburt erweckte die höchsten und feierlichsten Ge-fühle. In der Mysterienlehre ist der Schmerz heiliggesprochen: die ,Wehen der Gebärerin heiligen denSchmerz überhaupt, alles Werden und Wachsen, allesZukunft-Verbürgende bedingt den Schmerz . . . Damites die ewige Lust des Schaffens giebt, damit der Willezum Leben sich ewig selbst bejaht, muss es auch ewigdieQual der Gebärerin geben . . . Dies Alles bedeutet