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8 : Abth. 1, Bd. 8 (1895) Der Fall Wagner [u.a.]
Entstehung
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DieVerbesserer der Menschheit.

i.

Man kennt meine Forderung an den Philosophen, sichjenseits von Gut und Böse zu stellen, die Illusion desmoralischen Urtheils unter sich zu haben. Diese Forder-ung folgt aus einer Einsicht, die von mir zum ersten Malefornrulirt worden ist: dass es gar keine moralischenThatsachen giebt. Das moralische Urtheil hat Dasmit dem religiösen gemein, dass es an Realitäten glaubt,die keine sind. Moral ist nur eine Ausdeutung gewisserPhänomene, bestimmter geredet, eine Missdeutung. Dasmoralische Urtheil gehört, wie das religiöse, einer Stufe derUnwissenheit zu, auf der selbst der Begriff des Realen,die Unterscheidung des Realen und Imaginären nochfehlt: so dassWahrheit auf solcher Stufe lauter Dingebezeichnet, die wir heuteEinbildungen nennen, Dasmoralische Urtheil ist insofern nie wörtlich zu nehmen:als solches enthält es immer nur Widersinn. Aber esbleibt als Semiotik unschätzbar: es offenbart, für denWissenden wenigstens, die werthvollsten Realitäten vonCulturen und Innerlichkeiten, die nicht genug wussten,um sich selbst zuverstehn. Moral ist bloss Zeichen-rede, bloss Symptomatologie: man muss bereits wissen,worum es sich handelt, um von ihr Nutzen zu ziehn.