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Verbrauch, die Ursache seiner schmalen Diät war. Esstand ihm nicht frei, wenig oder viel zu essen, seineFrugalität war nicht ein „freier Wille“: er wurde krank,wenn er mehr ass. Wer aber kein Karpfen ist, thutnicht nur gut, sondern hat es nöthig, ordentlich zuessen. Ein Gelehrter unsrer Tage, mit seinem rapidenVerbrauch an Nervenkraft, -würde sich mit dem regimeCornaro’s zu Grunde richten. Crede experto. —
Die allgemeinste Formel, die jeder Religion undMoral zu Grunde liegt, heisst: „Thue das und das, lassdas und das — so wirst du glücklich! Im andrenFalle . . .“ Jede Moral, jede Religion ist dieser Imperativ,— ich nenne ihn die grosse Erbsünde der Vernunft, dieunsterbliche Unvernunft. Im meinem Munde ver-wandelt sich jene Formel in ihre Umkehrung — erstesBeispiel meiner „Umwerthung aller Werthe“: ein wohl-gerathner Mensch, ein „Glücklicher“, muss gewisseHandlungen thun und scheut sich instinktiv vor andrenHandlungen, er trägt die Ordnung, die er physiologischdarstellt, in seine Beziehungen zu Menschen und Dingenhinein. In Formel: seine Tugend ist die Folge seinesGlücks . . . Langes Leben, eine reiche Nachkommen-schaft ist nicht der Lohn der Tugend, die Tugend selbstist vielmehr selbst jene Verlangsamung des Stoffwechsels,die, unter Anderem, auch ein langes Leben, eine reicheNachkommenschaft, kurz den Cornarismus im Gefolgehat. — Die Kirche und die Moral sagen: „ein Geschlecht,ein Volk wird durch Laster und Luxus zu Grunde ge-richtet.“ Meine wiederhergestellte Vernunft sagt:wenn ein Volk zu Grunde geht, physiologisch degenerirt,