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8 : Abth. 1, Bd. 8 (1895) Der Fall Wagner [u.a.]
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Verbrauch, die Ursache seiner schmalen Diät war. Esstand ihm nicht frei, wenig oder viel zu essen, seineFrugalität war nicht einfreier Wille: er wurde krank,wenn er mehr ass. Wer aber kein Karpfen ist, thutnicht nur gut, sondern hat es nöthig, ordentlich zuessen. Ein Gelehrter unsrer Tage, mit seinem rapidenVerbrauch an Nervenkraft, -würde sich mit dem regimeCornaros zu Grunde richten. Crede experto.

Die allgemeinste Formel, die jeder Religion undMoral zu Grunde liegt, heisst:Thue das und das, lassdas und das so wirst du glücklich! Im andrenFalle . . . Jede Moral, jede Religion ist dieser Imperativ, ich nenne ihn die grosse Erbsünde der Vernunft, dieunsterbliche Unvernunft. Im meinem Munde ver-wandelt sich jene Formel in ihre Umkehrung erstesBeispiel meinerUmwerthung aller Werthe: ein wohl-gerathner Mensch, einGlücklicher, muss gewisseHandlungen thun und scheut sich instinktiv vor andrenHandlungen, er trägt die Ordnung, die er physiologischdarstellt, in seine Beziehungen zu Menschen und Dingenhinein. In Formel: seine Tugend ist die Folge seinesGlücks . . . Langes Leben, eine reiche Nachkommen-schaft ist nicht der Lohn der Tugend, die Tugend selbstist vielmehr selbst jene Verlangsamung des Stoffwechsels,die, unter Anderem, auch ein langes Leben, eine reicheNachkommenschaft, kurz den Cornarismus im Gefolgehat. Die Kirche und die Moral sagen:ein Geschlecht,ein Volk wird durch Laster und Luxus zu Grunde ge-richtet. Meine wiederhergestellte Vernunft sagt:wenn ein Volk zu Grunde geht, physiologisch degenerirt,