werden konnte. Die erste Kirche kämpfte ja, wie be-kannt, gegen die „Intelligenten“ zu Gunsten der „Armendes Geistes“: wie dürfte man von ihr einen intelligentenKrieg gegen die Passion erwarten? — Die Kirche be-kämpft die Leidenschaft mit Ausschneidung in jedemSinne: ihre Praktik, ihre „Kur“ ist der Castratismus.Sie fragt nie: „wie vergeistigt, verschönt, vergöttlicht maneine Begierde?“ — sie hat zu allen Zeiten den Nachdruckder Disciplin auf die Ausrottung (der Sinnlichkeit, desStolzes, der Herrschsucht, der Habsucht, der Rachsucht)gelegt. — Aber die Leidenschaften an der Wurzel an-greifen heisst das Leben an der Wurzel angreifen: diePraxis der Kirche ist lebensfeindlich . . .
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Dasselbe Mittel, Verschneidung, Ausrottung, wirdinstinktiv im Kampfe mit einer Begierde von Denengewählt, welche zu willensschwach, zu degenerirt sind,um sich ein Maass in ihr auflegen zu können; von jenenNaturen, die la Trappe nöthig haben, im Gleichniss ge-sprochen (und ohne Gleichniss —), irgend eine endgültigeFeindschafts-Erklärung, eine Kluft zwischen sich undeiner Passion. Die radikalen Mittel sind nur den Dege-nerirten unentbehrlich; die Schwäche des Willens, be-stimmter geredet, die Unfähigkeit, auf einen Reiz nichtzu reagiren, ist selbst bloss eine andre Form der Dege-nerescenz. Die radikale Feindschaft, die Todfeindschaftgegen die Sinnlichkeit bleibt ein nachdenkliches Symp-tom: man ist damit zu Vermuthungen über den Gesammt-Zustand eines dergestalt Excessiven berechtigt. — JeneFeindschaft, jener Hass kommt übrigens erst auf seineSpitze, wenn solche Naturen selbst zur Radikal-Kur, zur