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8 : Abth. 1, Bd. 8 (1895) Der Fall Wagner [u.a.]
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absurd-vernünftig zu sein . . . Der Moralismus dergriechischen Philosophen von Plato ab ist pathologischbedingt; ebenso ihre Schätzung der Dialektik. Vernunft= Tugend = Glück heisst bloss: man muss, es dem So-krates nachmachen und gegen die dunklen Begehrungenein Tageslicht in Permanenz hersteilen das Tages-licht der Vernunft. Man muss klug, klar, hell um jedenPreis sein: jedes Nachgeben an die Instinkte, ans Un-bewusste führt hinab . . .

11 .

Ich habe zu verstehn gegeben, womit Sokratesfascinirte: er schien ein Arzt, ein Heiland zu sein. Ist esnöthig, noch den Irrthum aufzuzeigen, der in seinemGlauben an dieVernünftigkeit um jeden Preis lag?Es ist ein Selbstbetrug seitens der Philosophen und Mo-ralisten, damit schon aus der decadence herauszutreten,dass sie gegen dieselbe Krieg machen. Das Pleraustretensteht ausserhalb ihrer Kraft: was sie als Mittel, als Rettungwählen, ist selbst nur wieder ein Ausdruck der decadence sie verändern deren Ausdruck, sie schaffen sie selbstnicht weg. Sokrates war ein Missverständniss; dieganze Besserungs-Moral, auch die christliche,war ein Missverständniss . . . Das grellste Tageslicht,die Vernünftigkeit um jeden Preis, das Leben hell, kalt,vorsichtig, bewusst, ohne Instinkt, im Widerstand gegenInstinkte war selbst nur eine Krankheit, eine andreKrankheit und durchaus kein Rückweg zurTugend,zur Gesundheit, zum Glück . . . Die Instinkte be-kämpfen müssen das ist die Formel für deca-dence-. so lange das Leben aufsteigt, ist Glück gleichInstinkt.