Hagel von Eis und Weisheit, von gelösten Problemen ..Wo bin ich? — Bizet macht mich fruchtbar. Alles Gutemacht mich fruchtbar. Ich habe keine andre Dankbar-keit, ich habe auch keinen andern Beweis dafür, wasgut ist. —
2.
Auch dies Werk erlöst; nicht Wagner allein ist ein„Erlöser“. Mit ihm nimmt man Abschied vom feuchtenNorden, von allem Wasserdampf des Wagnerischen Ideals.Schon die Handlung erlöst davon. Sie hat von Merimeenoch die Logik in der Passion, die kürzeste Linie, dieharte Nothwendigkeit; sie hat vor Allem, was zurheissen Zone gehört, die Trockenheit der Luft, die lim-pidezza in der Luft. Hier ist in jedem FKlima verändert. Hier redet eine andreeine andre Sensibilität, eine andre Heiter!
Musik ist heiter; aber nicht von einer franzö: .
deutschen Heiterkeit. Ihre Heiterkeit ist afri'hat das Verhängniss über sich, ihr Glück ist kurz, plötz-lich, ohne Pardon. Ich beneide Bizet darum, dass er denMuth zu dieser Sensibilität gehabt hat, die in der gebil-deten Musik Europa’s bisher noch keine Sprache hatte, —zu dieser südlicheren, bräuneren, verbrannteren Sensibi-lität . . . Wie die gelben Nachmittage ihres Glücks unswohlthun! Wir blicken dabei hinaus: sahen wir je dasMeer glätter? — Und wie uns der maurische Tanz be-ruhigend zuredet! Wie in seiner lasciven Schwermutliselbst unsre Unersättlichkeit’ einmal Sattheit lernt! —Endlich die Liebe, die in die Natur zurückübersetzteLiebe! Nicht die Liebe einer „höheren Jungfrau“! KeineSenta-Sentimentalität! Sondern die Liebe als Fatum, alsFatalität, cyniscli, unschuldig, grausam — und eben