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8 : Abth. 1, Bd. 8 (1895) Der Fall Wagner [u.a.]
Entstehung
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dazu gehabt.Gut und Böse ist nur eine Spielart jenesProblems. Hat man sich für die Abzeichen des Nieder-gangs ein Auge gemacht, so versteht man auch dieMoral, man versteht, was sich unter ihren heiligstenNamen und Werthformeln versteckt: das verarmteLeben, der Wille zum Ende, die grosse Müdigke it. Moralverneint das Leben ... Zu einer solchen Aufgabe warmir eine Selbstdisciplin von Nöthen: Partei zu nehmengegen alles Kranke an mir, eingerechnet Wagner, ein-gerechnet Schopenhauer, eingerechnet die ganze moderneMenschlichkeit. Eine tiefe Entfremdung, Erkältung,Ernüchterung gegen alles Zeitliche, Zeitgemässe: und alshöchsten Wunsch das Auge Zarathustras, ein Auge,das die ganze Thatsache Mensch aus ungeheurer Ferneübersieht, unter sich sieht . . . Einem solchen Ziele welches Opfer wäre ihm nicht gemäss? welcheSelbst-überwindung ! welcheSelbst-Verleugnung!

Mein grösstes Erlebniss war eine Genesung.Wagner gehört bloss meinen Krankheiten.

Nicht dass ich gegen diese Krankheit undankbarsein möchte. Wenn ich mit dieser Schrift den Satz auf-recht halte, dass Wagner schädlich ist, so will ichnicht weniger aufrecht halten, wem er trotzdem unent-behrlich ist dem Philosophen. Sonst kann man viel-leicht ohne Wagner auskommen: dem Philosophen aberst-eht es nicht frei, Wagners zu entrathen. Er hat dasschlechte Gewissen seiner Zeit zu sein, dazu muss erderen bestes Wissen haben. Aber wo fände er für dasLabyrinth der modernen Seele einen eingeweihterenFührer, einen beredteren Seelenkündiger als Wagner?Durch Wagner redet die Modernität ihre intimsteSprache: sie verbirgt weder ihr Gutes, noch ihr Böses,sie hat alle Scham vor sich verlernt. Und umgekehrt: