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18 : Abth. 3, Philologica ; Bd. 2 (1912) Unveröffentlichtes zur Litteraturgeschichte, Rhetorik und Rhythmik
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nothwendig auch accentuirend sein müsse. Historischist das falsch. Sogar der Ausdruck tactus gehört einerPeriode an, die nichts vom rhythmischen Ictus und schwerenTakttheil wusste. Sebald Heyden de arte canendi (Ambros

II 446 [ 3 486]): tactus est digiti motus aut nutus ad temporistractum in vices aequales divisum, omnium notularum etpausarum quantitates coaptans. (Im 14. Jahrhundert erstniederländische Schule, Entwicklung des Contrapunkts.) Reinquantitirendes Taktschlagen. Die Entstehung des modernenTaktes hat zwei Ursprünge: 1. das Volkslied, wo derWortaccent regirte (der zu allen Zeiten eine intensiovocis gehabt hat, obwohl er zunächst nur Hoch ton ist:der aber im gesungenen Lied nur als intensio, Ictuswirkt); 2. der künstliche Contrapunkt mit seiner Dissonanz-entwicklung (also harmonische Gründe). Tinctoris Contrap.

III 31, Ambros II p. 445 [ 3 485]: (Uber die rechte Art, Dis-sonanzen anzuwenden) quae quidem discordantiae parvae itavehementer se non praesentant auditui, quomodo supraultimas partes notarum collocantur, ut si supra primasassumuntur. Soni enim musici violento motu fiunt, unde, simotus eius naturae est ut circa finem remittatur, consequensest secundas partes notarum non tarn vehementis soni essequam primas; quod quidem intellegendum est de notis men-suram dirigentibus earumque partibus mutis, in caeterumenim aeque exaudiri sonos manifestissimum est. Hier ist vondem natürlichen Nachlassen der Stimme bei sehr langenNoten die Rede. Die neuen starken Einsätze charakteri-sirten sich also auch durch harmonischen Zusammen-klang: man denke an die Orgel, wo ja jede Möglichkeitzum rhythmischen Ictus fehlt.

Dieser ist also durchaus nichts Allgemeines. Habenihn nun die Griechen gehabt? D. h. lesen wir z. B. denTrimeter richtig?

TEXVOV TUCpXoU fEpOVTO? ^VU-fOVT,, TIVOIC.

In den Zeiten, wo man den rhythmischen Ictus nichthatte, hat man ihn auch bei den Griechen nicht voraus-gesetzt, z. B. Glarean Dodecachordon III cap. 7 de tactu(Ambros II p. 369 [ 8 406]):