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18 : Abth. 3, Philologica ; Bd. 2 (1912) Unveröffentlichtes zur Litteraturgeschichte, Rhetorik und Rhythmik
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antiken Rhythmen erst aus unserer modernen Gewöhnunghineingetragen haben, was wir nachher bewundern.Bei den Alten war nichts davon darin. Meine Aufgabeist vielmehr, die Kluft des Hellenischen in ihren rhyth-mischen Genüssen vor uns klar zu machen wobei wirals moderne Menschen viel Verzicht zu leisten haben.

Zweitens giebt es nach meiner Theorie einzelnen rhyth-mischen Schemata gegenüber keine sichere Entscheidung,sondern viele Möglichkeiten. Es ist aber sehr thöricht,darin einen wissenschaftlichen Rückschritt zu finden (wiedies Schmidt gegen Westphal thut). Uns fehlt der antikerhythmische Geschmack, uns fehlt das antike Melos wiewollen wir unfehlbar sein!

Also weniger Genuss und scheinbar weniger Ver-ständnis der Einzelerscheinungen das sind gewiss keinelockenden Versprechungen! Dafür haben sie den unstei'b-lichen Reiz der anspruchslosen Wahrheit die ich fürmeine Haupttheorie ohne jede Ueberhebung in Anspruchnehmen darf.

Erster Hauptabschnitt.

Begriff der quantitirenden Rhythmik.

Die neuere Rhythmik beginnt damit, dass man denliciu? der Alten und unseren T a c t für identisch nahm.Richard Bentley behauptet, der jambische Trimeter unter-scheide sich nur durch eine Vorschlagsilbe vom trochäischenVerse: also durch den Auftakt. Dies eine Grundlage desG. Hermannschen Systems: Wesenseinheit von Jambenund Trochäen, Daktylen und Anapästen, Ionici a maioreund a minore: Anacrusis. Das Wesentlichste dieserGrundsätze ist die Behauptung des rhythmischenIctus. »Der einfachste Rhythmus in der Pendelschwingung,bei seiner Monotonie unbrauchbar, besonders weil er desIctus entbehrt (ordo).« Die Ausbildung jener Gleich-Setzung von Tact und pous, vor allem der Ictus-theorie, ist die Geschichte der modernen Rhyth-mik. Diese ist erst später darzustellen. Die allgemeineBehauptung gilt, dass eine zeitmessende Rhythmik