f ' "•
— ich hörte dich jammern „man hat ihn zu weniggeliebt, zu wenig geliebt!“ Dass ich dich soweit betrog,darüber frohlockte inwendig meine Bosheit.“
„Du magst Feinere betrogen haben als mich, sagteZarathustra hart. Ich bin nicht auf der Hut vor Betrü-gern, ich muss ohne Vorsicht sein: so will es mein Loos.
Du aber — musst betrügen: so weit kenne ichdich! Du musst immer zwei- drei- vier- und fünfdeutigsein! Auch was du jetzt bekanntest, war mir langenicht wahr und nicht falsch genung!
Du schlimmer Falschmünzer, wie könntest du anders!Deine Krankheit würdest du noch schminken, wenn dudich deinem Arzte nackt zeigtest.
So schminktest du eben vor mir deine Lüge, als dusprachst: „ich trieb’s also nur zum Spiele!“ Es war auchErnst darin, du bist Etwas von einem Büsser des Geistes!
Ich errathe dich wohl: du wurdest der BezaubererAller, aber gegen dich hast du keine Lüge und Listmehr übrig, — du selber bist dir entzaubert!
Du erntetest den Ekel ein, als deine Eine Wahrheit.Kein Wort ist mehr an dir ächt, aber dein Mund: näm-lich der Ekel, der an deinem Munde klebt.“ — —
— „Wer bist du doch! schrie hier der alte Zauberermit einer trotzigen Stimme, wer darf also zu mir reden,dem Grössten, der heute lebt?“ — und ein grüner Blitzschoss aus seinem Auge nach Zarathustra. Aber gleichdarauf verwandelte er sich und sagte traurig:
„Oh 'Zarathustra, ich bin’s müde, es ekelt mich meinerKünste, ich bin nicht gross, was verstelle ich mich!Aber, du weisst es wohl — ich suchte nach Grösse!