r
2 .
An diesen Reimen Zarathustra’s weideten sich dieKönige; der König zur Rechten aber sprach: „ohZarathustra, wie gut thaten wir, dass wir auszogen,dich zu sehn!
Deine Feinde nämlich zeigten uns dein Bild inihrem Spiegel: da blicktest du mit der Fratze einesTeufels und hohnlachend: also dass wir uns vor dirfürchteten.
Aber was half’s! Immer wieder stachst du uns inOhr und Herz mit deinen Sprüchen. Da sprachen wirendlich: was liegt daran, wie er aussieht!
Wir müssen ihn hören, ihn, der lehrt „ihr solltden Frieden lieben als Mittel zu neuen Kriegen, undden kurzen Frieden mehr als den langen!“
Niemand sprach je so kriegerische Worte: „Wasist gut? Tapfer sein ist gut. Der gute Krieg ist’s, derjede Sache heiligt.“
Oh Zarathustra, unsrer Väter Blut rührte sich beisolchen Worten in unserm Leibe: das war wie dieRede des Frühlings zu alten Weinfässern.
Wenn die Schwerter durcheinander liefen gleichrothgefleckten Schlangen, da wurden unsre Väter demLeben gut; alles Friedens Sonne dünkte sie flau undlau, der lange Frieden aber machte Scham.
Wie sie seufzten, unsre Väter, wenn sie an derWand blitzblanke ausgedorrte Schwerter sahen! Denengleich dürsteten sie nach Krieg. Ein Schwert nämlichwill Blut trinken und funkelt vor Begierde.“ — —
V
J
359