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Oh meine Seele, ich lehrte dich so überreden, dassdu zu dir die Gründe selber überredest: der Sonnegleich, die das Meer noch zu ihrer Höhe überredet.
Oh meine Seele, ich nahm von dir alles Gehorchen,Kniebeugen und Herr-Sagen; ich gab dir selber denNamen „Wende der Noth“ und „Schicksal“.
Oh meine Seele, ich gab dir neue Namen undbunte Spielwerke, ich hiess dich „Schicksal“ und „Um-fang der Umfänge“ und „Nabelschnur der Zeit“ und„azurne Glocke“.
Oh meine Seele, deinem Erdreich gab ich alleWeisheit zu trinken, alle neuen Weine und auch alleunvordenklich alten starken Weine der Weisheit.
Oh meine Seele, jede Sonne goss ich auf dich undjede Nacht und jedes Schweigen und jede Sehnsucht: —da wuchsest du mir auf wie ein Weinstock.
Oh meine Seele, überreich und schwer stehst dunun da,, ein Weinstock mit schwellenden Eutern undgedrängten braunen Gold-Weintrauben: —
— gedrängt und gedrückt von deinem Glücke,wartend vor Überflüsse und schamhaft noch ob deinesWartens.
Oh meine Seele, es giebt nun nirgends eine Seele,die liebender wäre und umfangender und umfänglicher!
Wo wäre Zukunft und Vergangnes näher beisammenals bei dir?
Oh meine Seele, ich gab dir Alles, und alle meineHände sind an dich leer geworden: — und nun! Nunsagst du mir lächelnd und voll Schwermuth: „Wer vonuns hat zu danken? —
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