Denn alle Dinge sind getauft am Borne der Ewig-keit und jenseits von Gut und Böse; Gut und Böseselber aber sind nur Zwischenschatten und feuchteTrübsale und Zieh-Wolken.
Wahrlich, ein Segnen ist es und kein Lästern,wenn ich lehre: „über allen Dingen steht der HimmelZufall, der Himmel Unschuld, der Himmel Ohngefähr,der Himmel Übermuth.“
„Von Ohngefähr“ — das ist der älteste Adel derWelt, den gab ich allen Dingen zurück, ich erlöste sievon der Knechtschaft unter dem Zwecke.
Diese Freiheit und Himmels-Heiterkeit stellte ichgleich azurner Glocke über alle Dinge, als ich lehrte,dass über ihnen und durch sie kein „ewiger Wille“ — will.
Diesen Übermuth und diese Narrheit stellte ich andie Stelle jenes Willens, als ich lehrte: „bei Allem istEins unmöglich — Vernünftigkeit!“
Ein Wenig Vernunft zwar, ein Same der Weisheitzerstreut von Stern zu Stern, — dieser Sauerteig istallen Dingen eingemischt: um der Narrheit willen istWeisheit allen Dingen eingemischt!
Ein Wenig Weisheit ist schon möglich; aber dieseselige Sicherheit fand ich an allen Dingen: dass sielieber noch auf den Füssen des Zufalls — tanzen.
Oh Himmel über mir, du Reiner! Hoher! Das istmir nun deine Reinheit, dass es keine ewige Vernunft-Spinne und -Spinnennetze giebt: —
— dass du mir ein Tanzboden bist für göttlicheZufälle, dass du mir ein Göttertisch bist für göttlicheWürfel und Würfelspieler! —
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