Oh Zarathustra, du sollst gehen als ein SchattenDessen, was kommen muss: so wirst du befehlen undbefehlend vorangehen.“ —
Und ich antwortete: „Ich schäme mich.“
Da sprach es wieder ohne Stimme zu mir: „Dumusst noch Kind werden und ohne Scham.
Der Stolz der Jugend ist noch auf dir, spät-bistdu jung geworden: aber wer zum Kinde werden will,muss auch noch seine Jugend überwinden.“ —
Und ich besann mich lange und zitterte. End-lich aber sagte ich, was ich zuerst sagte: „Ich willnicht.“
Da, geschah ein Lachen um mich. Wehe, wie diessLachen mir die Eingeweide zerriss und das Herz auf-schlitzte !
Und es sprach zum letzten Male zu mir: „OhZarathustra, deine Früchte sind reif, aber du bist nichtreif für deine Früchte!
So musst du wieder in die Einsamkeit: denn dusollst noch mürbe werden.“ —
Und wieder lachte es und floh: dann wurde esstille um mich wie mit einer zwiefachen Stille. Ichaber lag am Böden, und der Schweiss floss mir vonden Gliedern.
— Nun hörtet ihr Alles, und warum ich in meineEinsamkeit zurück muss. Nichts verschwieg ich euch,meine Freunde.
Aber auch Diess hörtet ihr von mir, wer immernoch aller Menschen Verschwiegenster ist — und essein will!
218
J