Vom Gesindel.
Das Leben ist ein Born der Lust; aber wo dasGesindel mit trinkt, da sind alle Brunnen vergiftet.
Allem Reinlichen bin ich hold; aber ich mag- diegrinsenden Mäuler nicht sehn und den Durst der Un-reinen.
Sie warfen ihr Auge hinab in den Brunnen: nunglänzt mir ihr widriges Lächeln herauf aus dem Brunnen.
Das heilige Wasser haben sie vergiftet mit ihrerLüsternheit; und als sie ihre schmutzigen Träume Lustnannten, vergifteten sie auch noch die Worte.
Unwillig wird die Flamme, wenn sie ihre feuchtenHerzen an’s Feuer legen; der Geist selber brodelt undraucht, wo das Gesindel an’s Feuer tritt.
Süsslich und übermürbe wird in ihrer Hand dieFrucht: windfällig und wipfeldürr macht ihr Blick denFruchtbaum.
Und Mancher, der sich vom Leben abkehrte, kehrtesich nur vom Gesindel ab: er wollte nicht Brunnen undFlamme und Frucht mit dem Gesindel theilen.
Und Mancher, der in die Wüste gieng und mitRaubthieren Durst litt, wollte nur nicht mit schmutzigenKameeltreibern um die Cisterne sitzen.