Eifersucht einmal die Glieder strecken, wird ihre „Ge-rechtigkeit“ munter und reibt sich die verschlafenenAugen.
Und Andre giebt es, die werden abwärts gezogen:ihre Teufel zieh n sie . Aber j e mehr sie sinken, um soglühender leuchtet ihr Auge und die Begierde nachihrem Gotte.
Ach, auch Deren Geschrei drang zu euren Ohren,ihr Tugendhaften: „was ich nicht bin, Das, Das ist mirGott und Tugend !“
Und Andre giebt es, die kommen schwer undknarrend daher, gleich Wägen, die Steine abwärtsfahren: Die reden viel von Würde und Tugend, — ihrenHemmschuh heissen sie Tugend!
Und Andre giebt es, die sind gleich Alltags-Uhren,die aufgezogen wurden; sie machen ihr Tiktak undwollen, dass man Tiktak — Tugend heisse.
Wahrlich, an Diesen habe ich meine Lust: wo ichsolche Uhren finde, werde ich sie mit meinem Spotteaufziehn; und sie sollen mir dabei noch schnurren!
Und Andre sind stolz über ihre Handvoll Gerech-tigkeit und begehen um ihrer willen Frevel an allenDingen: also dass die Welt in ihrer Ungerechtigkeitertränkt wird.
Ach, wie übel ihnen das Wort „Tugend“ aus demMunde läuft! Und wenn sie sagen: „ich bin gerecht“,so klingt es immer gleich wie: „ich bin gerächt!“
Mit ihrer Tugend wollen sie ihren Feinden dieAugen auskratzen; und sie erheben sich nur, um Andrezu erniedrig-en.