Fliehe, mein Freund, in deine Einsamkeit: ich sehedich von giftigen Fliegen zerstochen. Fliehe dorthin,wo rauhe, starke Luft weht!
Fliehe in deine Einsamkeit! Du lebtest den Kleinenund Erbärmlichen zu nahe. Fliehe vor ihrer unsicht-baren Rache! Gegen dich sind sie Nichts als Rache.
Hebe nicht mehr den Arm gegen sie! Unzählbarsind sie, und es ist nicht dein Loos, Fliegenwedelzu sein.
Unzählbar sind diese Kleinen und Erbärmlichen;und manchem stolzen Baue gereichten schon Regen-tropfen und Unkraut zum Untergange.
Du bist kein Stein, aber schon wurdest du hohlvon vielen Tropfen. Zerbrechen und zerbersten wirstdu mir noch von vielen Tropfen.
Ermüdet sehe ich dich durch giftige Fliegen, blutiggeritzt sehe ich dich an hundert Stellen; und dein Stolzwill nicht einmal zürnen.
Blut möchten sie von dir in aller Unschuld, Blutbegehren ihre blutlosen Seelen — und sie stechen da-her in aller Unschuld.
Aber du Tiefer, du leidest zu tief, auch an kleinenWunden; und ehe du dich noch geheilt hast, kroch dirder gleiche Giftwurm über die Hand.
Zu stolz bist du mir dafür, diese Naschhaften zutödten. Flüte dich aber, dass es nicht dein Verhängnisswerde, all ihr giftiges Unrecht zu tragen!
Sie summen um dich auch mit ihrem Lobe: Zu-dringlichkeit ist ihr Loben. Sie wollen die Nähe deinerHaut und deines Blutes.
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