Vom Lesen und Schreiben.
Von allem Geschriebenen liebe ich nur Das, wasEiner mit seinem Blute schreibt. Schreibe mit Blut:und du wärst erfahren, dass Blut Geist ist.f Es ist nicht leicht möglich, fremdes Blut zu ver-, stehen: ich hasse die lesenden Müssiggänger.
AA^er den Leser kennt, der thut Nichts mehr fürden Leser. Noch ein Jahrhundert Leser — und derGeist selber wird stinken.
Dass Jedermann lesen lernen darf, verdirbt auf die^ Dauer nicht allein das Schreiben, sondern auch dasDenken.
Einst war der Geist Gott, dann wurde er zumMenschen, und jetzt wird er gar noch Pöbel.
AVer in Blut und Sprüchen schreibt, der wäll nichtgelesen, sondern auswendig gelernt werden.
Im Gebirge ist der nächste AVeg von Gipfel zuGipfel: aber dazu musst du lange Beine haben. Sprüchesollen Gipfel sein: und Die, zu denen gesprochen wird,Grosse und Llochwmchsige.
Die Luft dünn und rein, die Gefahr nahe und derGeist voll einer fröhlichen Bosheit: so passt es gut zueinander.
56