XII
In der Orthographie hat Nietzsche zeitlebens ge-schwankt, und sollte ich die in der ersten Zeit ziemlichfestgehaltene lateinische Schreibung nicht allzu schulmeister-lich überall hineincorrigiert haben, so giebt solch verwerf-liches Schwanken nur ein Bild der Wirklichkeit. (Manvergleiche Roh de in Br. Bd. II, p. 386 f.) Das neuer-dings beliebte Aischylos u. s. w. Nietzsche nachträglichaufzuoktroyieren — daran war nicht zu denken.
Wiewohl der Herausgeber in Auswahl des Stoffes und'Einzelheiten nach eigenem Ermessen entschieden hat, SO'hat er doch keineswegs versäumt, bei Fachkundigen ge-legentlich sich Rathes zu erholen. Diese einzeln zu er-wähnen, wird in der Einleitung der folgenden Bände nichtvergessen werden. Im Anfang des Ganzen fühlt er sichlebhaft gedrungen, seinen Freunden O. Crusius inMünchen und W. S c h m i d in Tübingen — beide trefflichePhilologen und Nietzschekenner in einer Person —, für dasInteresse, das sie der ganzen Sache geschenkt, wie fürmanchen förderlichen Rath, den sie in Einzelheiten ge-spendet, aufrichtigen Dank zu sagen.
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Zum Schluss mögen einige Bemerkungen zum Inhaltspeciell des Bandes I verstattet sein. In den gedrucktenAbhandlungen ist manches heute überholt, anderes directwiderlegt 8 ). Wunderbar wäre bloss das GegentheiLWie mancher Gelehrte hat sich seitdem an dem Problemder sog. Theognidea versucht, und mit welchem Eifer hatdie Fachwissenschaft seit 40 Jahren gerade das Gebiet derPhilosophengeschichte bepflügt! Im Ganzen durchläuft dieFachwissenschaft wiederholt und möglichst intensiv denKreis der diversen Möglichkeiten, um durch Ausscheidunggewisser Hypothesen der Wirklichkeit näher zu kommen.So kam die Reaktion gegen die seiner Zeit so beliebte Ein-
p ) Es genügt, zur Orientierung einen Blick auf die ArtikelDemetrios, Diogenes Laertius, Diokles, Eudokia u. s. w. zu werfen,welche in Pauly-Wissowa stehen. Was Nietzsche selbst im October1868 Uber seine Preisarbeit gedacht, steht in einem Brief an Rohde,.Br! Bd. II, p. 74 oben.