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ob nicht die Verzweiflung bloss die Folge eines Glaubensan die Gottheit de.r Wahrheit ist? ob nicht geradedas Lügen und Falschmachen (Umfälschen), das Sinn-Einlegen ein Werth, ein Sinn, ein Zweck ist? . . .
1069.
[Zeit, wo alle „intuitiven“ Werthschätzungen derReihe nach in den Vordergrund treten, als ob man vonihnen die Direktive bekommen könne, die man sonstnicht mehr hat.
„Wozu?“ Die Antwort wird verlangt 1) vom Ge-wissen, 2) vom Trieb zum Glück, 3) vom „sozialen In-stinkt“ (Heerde), 4) von der Vernunft („Geist“), •— nurum nicht wollen zu müssen, sich selbst das „Wozu“setzen zu müssen.
Endlich Fatalismus: „es giebt keine Antwort“,aber „es geht irgend wohin“, „es ist unmöglich einWozu? zu wollen“, — mit Ergebung . . . oder Revolte . . .Agnostizismus in Hinsicht auf das Ziel.
Endlich Verneinung als Wozu des Lebens; dasLeben als Etwas, das sich als unwerth begreift undendlich aufhebt.]
1070.
Man hat mit einem willkürlichen und in jedem Be-tracht zufälligen Wort, dem Worte „Pessimismus“, einenMissbrauch getrieben, der wie ein Contagium um sichgreift: man hat das Problem dabei übersehen, in demwir leben, das wir sind. Es handelt sich nicht darum,wer Recht hat, — es fragt sich, wohin wir gehören, obzu den Verurtheilten, den Niedergangs-Gebilden . . .