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16 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 8 (1911) Der Wille zur Macht : drittes und viertes Buch
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möchten, d. h. einer endlichen, bestimmten, unveränderlichgleich-grossen Kraft, wie esdie Welt ist, die Wunder-Fähigkeit zur unendlichen Neugestaltung ihrerFormen und Lagen. Die Welt, wenn auch kein Gottmehr, soll doch der göttlichen Schöpferkraft, der unend-lichen Verwandlungs-Kraft fähig sein; sie soll es sichwillkürlich verwehren, in eine ihrer alten Formenzurückzugerathen; sie soll nicht nur die Absicht, sondernauch die Mittel haben, sich selber vor jeder Wieder-holung zu bewahren; sie soll somit in jedem Augen-blick jede ihrer Bewegungen auf die Vermeidung vonZielen, Endzuständen, Wiederholungen hin controliren und was Alles die Folgen einer solchen unverzeihlich-verrückten Denk- und Wunsch weise sein mögen. Dasist immer noch die alte religiöse Denk- und Wunsch-weise, eine Art Sehnsucht, zu glauben, dass irgend-worin doch die Welt dem alten geliebten, unendlichen,unbegrenzt-schöpferischen Gotte gleich sei dass irgend-worin dochder alte Gott noch lebe, jene SehnsuchtSpinozas, die sich in dem Wortedeus sive natura (erempfand sogarnatura sive deus) ausdrückt. Welchesist denn aber der Satz und Glaube, mit welchem sichdie entscheidende Wendung, das jetzt erreichte Über-gewicht des wissenschaftlichen Geistes über den reli-giösen, götter-erdichtenden Geist, am bestimmtestenformulirt? Heisst er nicht: die Welt, als Kraft, darfnicht unbegrenzt gedacht werden, denn sie kann nichtso gedacht werden, wir verbieten uns den Begriffeiner unendlichen Kraft als mit dem BegriffKraft unverträglich. Also fehlt der Welt auchdas Vermögen zur ewigen Neuheit.