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14 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 6 (1904) Unveröffentlichtes aus der Umwerthungszeit : (1882/83 - 1888)
Entstehung
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Weib, Liebe und Ehe.

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Man kann nicht hoch genug von den Frauen denken:aber deshalb braucht man noch nicht falsch von ihnenzu denken. Man soll darin gründlich auf der Hut sein.Dass sie selber im Stande wären, die Männer überdasEwig-Weibliche aufzuklären, ist unwahrscheinlich; siestehn sich vielleicht zu nahe dazu, und überdies istalles Aufklären selber bisher wenigstens Männer-Sache und Männer-Gabe gewesen. Endlich darf manbei Alledem, was Weiber über das Weib schreiben, eingutes Misstrauen sich Vorbehalten: nämlich ob nicht, ganzunwillkürlich, ein Weib, auch wenn es schreibt, zuletztthun muss, was bisher wenigstens ewig-weiblichwar: nämlich sich putzen! Hat man jemals einemWeibskopfe schon Tiefe zugestanden? und einem Weibs-herzen Gerechtigkeit? Ohne Tiefe aber und Gerechtig-keit was nützt es, wenn Weiberüber das Weib ur-theilen? Mit der Liebe und dem Lobe, selbst wenn mansich selber liebt und lobt, ist sicherlich die Gefahr nichtvermindert, ungerecht und flach zu sein. Mögen mancheFrauen einen guten Grund haben, zu denken, dass ihnendie Männer nicht mit Lob und Liebe entgegenkommen:ganz im Grossen gerechnet dünkt mich, dass bisherdas Weib am meisten von den Weibern gering-geachtet worden ist und durchaus nicht vom Manne!