Weib, Liebe und Ehe.
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Man kann nicht hoch genug von den Frauen denken:aber deshalb braucht man noch nicht falsch von ihnenzu denken. Man soll darin gründlich auf der Hut sein.Dass sie selber im Stande wären, die Männer über „dasEwig-Weibliche“ aufzuklären, ist unwahrscheinlich; siestehn sich vielleicht zu nahe dazu, — und überdies istalles Aufklären selber — bisher wenigstens — Männer-Sache und Männer-Gabe gewesen. Endlich darf manbei Alledem, was Weiber über das Weib schreiben, eingutes Misstrauen sich Vorbehalten: nämlich ob nicht, ganzunwillkürlich, ein Weib, auch wenn es schreibt, zuletztthun muss, was — bisher wenigstens — ewig-weiblichwar: nämlich sich putzen! Hat man jemals einemWeibskopfe schon Tiefe zugestanden? und einem Weibs-herzen — Gerechtigkeit? Ohne Tiefe aber und Gerechtig-keit —■ was nützt es, wenn Weiber „über das Weib“ ur-theilen? Mit der Liebe und dem Lobe, selbst wenn mansich selber liebt und lobt, ist sicherlich die Gefahr nichtvermindert, ungerecht und flach zu sein. Mögen mancheFrauen einen guten Grund haben, zu denken, dass ihnendie Männer nicht mit Lob und Liebe entgegenkommen:ganz im Grossen gerechnet dünkt mich, dass bisher„das Weib“ am meisten von den Weibern gering-geachtet worden ist — und durchaus nicht vom Manne!