III. Cultur und Kunst.
i. Die Griechen als Menschenkenner.
231.
Einleitung.
Dass es schwer ist, den Griechen nahe zu kommen,dass man sich ihnen sogar ferner fühlt, wenn man sielange betrachtet hat: dies ist der Satz und der ganz per-sönliche Seufzer, mit dem ich meine Betrachtung überdie Griechen als Menschenkenner anheben will. Mankann eine gute Weile im entgegengesetzten Glauben mitihnen leben .... und wir lernen, dass unser Befremdennoch lehrreicher ist, als unser Gefühl der Vertraulichkeit.
Vielleicht würde ein Grieche in der Art, mit derwir zur Entdeckung des Menschen in die Tiefe gegrabenhaben, eine Unfrömmigkeit gegen die Natur, einen Mangelan Scham empfinden. Umgekehrt sind wir befremdet —yvdjiri; zu hören „wenn das Wissen da ist, muss dasHandeln folgen“ und dass Tugend Glückseligkeit seinsoll, das klingt uns so fremd und unglaubwürdig, dasswir hinsehn, ob es nicht nur zum Spaass gesagt sei. Esist, als ob sie dem Intellect noch eine Haut gegeben hätten.
232.
Allgemeiner Eindruck: eine gewisse Oberflächlich-keit des Psychologischen (gegen Shakespeare und Dante