diese Ehren nicht sonderlich erfreut (weil sie immer zugering sind für den Werth seiner Tugend): aber er wirdsie nicht ablehnen, weil die Menschen ihm ja doch nichtsGrösseres zu geben im Stande sind.“
219.
Man redet so dumm vom Stolze — und das Christen-thum hat ihn gar als sündlich empfinden machen! DieSache ist: wer Grosses von sich verlangt und er-langt, der muss sich von Denen sehr fern fühlen, welchedies nicht thun, — diese Distanz wird von diesen Anderngedeutet als „Meinung über sich“; aber Jener kennt sienur als fortwährende Arbeit, Krieg, Sieg, bei Tag undNacht: von dem Allen wissen die Anderen Nichts!
220.
Den ganz grossen Menschen ist die Lippe über ihrInnerstes geschlossen, — keine Möglichkeit, Jemandemzu begegnen, dem sie sich öffneten. Düster —(Napoleon z. B.)
221.
Die Nachtheile der Vereinsamung, da der sociale In-stinct am besten vererbt ist, — die Unmöglichkeit, nochsich selber zu bestätigen durch Anderer Zustimmung, dasGefühl von Eis, der Schrei „Liebe mich“, — die cas -pa-thologiques wie Jesus. Heinrich von Kleist und Goethe(Käthchen von Heilbronn).