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Der Mensch ist ein Formen- und Rhythmen-bilden-des Geschöpf; er ist in nichts besser geübt und es scheint,dass er an nichts mehr Lust hat, als am Erfinden vonGestalten. Man beobachte nur, womit sich unser Augesofort beschäftigt, sobald es nichts mehr zu sehen be-kommt: es schafft sich Etwas zu sehen. Muthmaasslichthut im gleichen Falle unser Gehör nichts Anderes: esübt sich. Ohne die Verwandlung der Welt in Gestaltenund Rhythmen gäbe es für uns nichts „Gleiches“, alsoauch nichts Wiederkehrendes, also auch keine Möglich-keit der Erfahrung und Aneignung, der Ernährung.In allem Wahrnehmen, das heisst dem ursprünglichstenAneignen, ist das wesentliche Geschehen ein Handeln,strenger noch: ein Formen-Aufzwingen: — von „Ein-drücken“ reden nur die Oberflächlichen. Der Mensch lerntseine Kraft dabei als eine widerstrebende und mehr nochals eine bestimmende Kraft kennen — abweisend, auswäh-lend, zurechtformend, in seine Schemata einreihend. Esist etwas Actives daran, dass wir einen Reiz überhauptannehmen und dass wir ihn als solchen Reiz annehmen.Dieser Activität ist es zu eigen, nicht nur Formen, Rhyth-men und Aufeinanderfolgen der Formen zu setzen, son-dern auch das geschaffene Gebilde in Bezug auf Ein-verleibung oder Abweisung abzuschätzen. So entstehtunsre Welt, unsre ganze Welt: und dieser ganzen unsallein zugehörigen, von uns erst geschaffenen Welt ent-spricht keine vermeinte „eigentliche Wirklichkeit“, kein„An-sich der Dinge“: sondern sie selber ist unsre ein-zige Wirklichkeit, und „Erkenntniss“ erweist sich, der-gestalt betrachtet, nur als ein Mittel der Ernährung.Aber wir sind schwer zu ernährende Wesen und haben