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14 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 6 (1904) Unveröffentlichtes aus der Umwerthungszeit : (1882/83 - 1888)
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Linie oder zweigleiche Dinge. Unser Denken läuftgrundverschieden: zwischen einem Gedanken und demnächsten waltet eine Zwischenwelt ganz anderer Art,z. B. Trieb zum Widerspruch oder zur Unterwerfung

u. s. w.

82.

Das logische Denken, von dem die Logik redet, einDenken, wo der Gedanke selbst als Ursache von neuenGedanken gesetzt wird, ist das Muster einer vollstän-digen Fiction: ein Denken derart kommt in Wirk-lichkeit niemals vor, es wird aber als Formen-Schemaund Filtrir-Apparat angelegt, mit Hülfe dessen wir dasthatsächliche, äusserst vielfache Geschehen beim Denkenverdünnen und vereinfachen: so dass dergestalt unserDenken in Zeichen fassbar, merkbar, mittheilbar wird.Also: das geistige Geschehen so zu betrachten, wie alsob es jenem regulativen Schema eines fingirten Denkenswirklich entspreche, das ist das Kunststück von Fälschung,vermöge deren es Etwas wieErkenntniss undEr-fahrung giebt. Erfahrung ist nur möglich mit Hülfevon Gedächtniss; Gedächtniss ist nur möglich mittelsteiner Abkürzung eines geistigen Vorgangs zum Zeichen.Erkenntniss: das ist der Ausdruck eines neuen Dingesdurch die Zeichen von schonbekannten, schon er-fahrenen Dingen. Heute freilich faselt man gar voneinem empirischen Ursprung der Logik: aber was nichtin der Wirklichkeit vorkommt, wie das logische Denken,kann auch nicht aus der Wirklichkeit genommen sein,ebenso wenig als irgend ein Zahlengesetz, während esnoch keinen Fall gegeben hat, in welchem die Wirklich-keit mit einer arithmetischen Formel sich gedeckt hätte.