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46g.
Alles Furchtbare in Dienst nehmen, einzeln,schrittweise, versuchsweise: so will es die Aufgabe derCultur; aber bis sie stark genug dazu ist, muss sie esbekämpfen, massigen, verschleiern, selbst verfluchen . . .
Überall, wo eine Cultur das Böse ansetzt, bringtsie damit ein Furchtverhältniss zum Ausdruck, also eineSchwäche . . .
These: alles Gute ist ein dienstbar gemachtes Bösevon Ehedem. Maassstab: je furchtbarer und grösserdie Leidenschaften sind, die eine Zeit, ein Volk, ein Ein-zelner sich gestatten kann, weil er sie als Mittel zubrauchen vermag, umso höher' steht seine Cultur —:je mittelmässiger, schwächer, unterwürfiger und feigerein Mensch ist, umso mehr wird er als böse ansetzen:bei ihm ist das Reich des Bösen am umfänglichsten, Derniedrigste_Mensch wird das Reich des Bösen (d. h. desihm Verbotenen und Feindlichen) überall sehen.
470.
Der Mensch ist das Unthier und Überthier; derhöhere Mensch ist der Unmensch und Übermensch: sogehört es zusammen. Mit jedem Wachsthum des Men-schen in die Grösse und Höhe wächst er auch in dasTiefe und F urchtbare: man soll das Eine nicht wollenohne das Andere, ~— oder vielmehr: je gründlicher mandas Eine will, umso gründlicher erreicht man geradedas Andere.
471.
Eine Periode, wo die alte Maskerade und Moral-Aufputzung der Affecte Widerwillen macht: die nackte