Druckschrift 
15 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 7 (1901) Der Wille zur Macht : Versuch einer Umwerthung aller Werthe ; (Studien und Fragmente)
Entstehung
Seite
275
Einzelbild herunterladen
 

275

bestimmte Rassen- und Gattungs-Zweckmässigkeit,bloss ihre Nützlichkeit ist ihreWahrheit.

270.

Es giebt wederGeist, noch Vernunft, noch Denken,noch Bewusstsein, noch Seele, noch Wille, noch Wahr-heit: Alles Fictionen, die unbrauchbar sind. Es handeltsich nicht umSubject und Object, sondern um einebestimmte Thierart, welche nur unter einer gewissenrelativen Richtigkeit, vor Allem Regelmässigkeitihrer Wahrnehmungen (sodass sie Erfahrung capitalisirenkann) gedeiht . . .

Die Erkenntniss arbeitet als Werkzeug der Macht.So liegt es auf der Hand, dass sie wächst mit jedemMehr von Macht . . .

Sinn derErkenntniss: hier ist, wie beigut oderschön, der Begriff streng und eng anthropocentrischund biologisch zu nehmen. Damit eine bestimmte Art sicherhält und wächst in ihrer Macht, muss sie in ihrer Con-ception der Realität so viel Berechenbares und Gleich-bleibendes erfassen, dass daraufhin ein Schema ihres Ver-haltens construirt werden kann. Die Nützlichkeit derErhaltung nicht irgend ein abstract -theoretischesBedürfniss, nicht betrogen zu werden steht als Motivhinter der Entwicklung der Erkenntnissorgane . . ., sieentwickeln sich so, dass ihre Beobachtung genügt, unszu erhalten. Anders: das Maass des Erkennen-wollenshängt ab von dem Maass des Wachsens des Willenszur Macht der Art: eine Art ergreift so viel Realität,um über sie Herr zu werden, um sie in Dienstzu nehmen.

18*