147
aller Art. Mit dem ersten Element kämpft es gegendie politisch Vornehmen und deren Ideal; mit demzweiten Element gegen die Ausnahmen und Privile-girten (geistig, sinnlich —) jeder Art; mit dem drittenElement gegen den Natur-Instinct der Gesunden undGlücklichen.
Wenn es zum Siege kommt, so tritt das zweiteElement in den Vordergrund; denn dann hat das Christen-thum die Gesunden und Glücklichen zu sich überredet(als Krieger für seine Sache), insgleichen die Mächtigen(als interessirt wegen der Überwältigung der Menge), —und jetzt ist es der Heerden-Instinct, die in jedemBetracht werthvolle Mittelmaass-Natur, die ihre höchsteSanction durch das Christenthum bekommt. Diese Mittel-maass-Natur kommt endlich so weit sich zum Bervusst-sein (— gewinnt den Muth zu sich —), dass sie auchpolitisch sich die Macht zugesteht . . .
Die Demokratie ist das vernatürlichte Christen-thum: eine Art „Rückkehr zur Natur“, nachdem es durcheine extreme Antinatürlichkeit von der entgegengesetztenWerthung überwunden werden konnte. — Folge: dasaristokratische Ideal entnatürlicht sich nunmehr („derhöhere Mensch“, „vornehm“, „Künstler“, „Leidenschaft“,„Erkenntniss“; Romantik als Cultus der Ausnahme,Genie u. s. w.).
154 -
Das Evangelium: die Nachricht, dass den Niedrigenund Armen ein Zugang zum Glück offen steht, — dassman Nichts zu thun hat als sich von der Institution, derTradition, der Bevormundung der oberen Stände loszu-machen: insofern ist die Heraufkunft des ChristenthumsNichts weiter, als die typische Socialisten-Lehre.
IO