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15 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 7 (1901) Der Wille zur Macht : Versuch einer Umwerthung aller Werthe ; (Studien und Fragmente)
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ob man etwas classischen Geschmack im Leibe hat,wie man zum neuen Testament steht (wie Tacitus); werdavon nicht revoltirt ist, wer dabei nicht ehrlich undgründlich Etwas von foeda superstitio empfindet, Etwas,wovon man die Hand zurückzieht, wie um nicht sich zubeschmutzen: der weiss nicht, was classisch ist. Manmuss dasKreuz empfinden wie Goethe

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Reaction der kleinen Leute: Das höchsteGefühl der Macht giebt die Liebe. Zu begreifen, inwie-fern hier nicht der Mensch überhaupt, sondern eine ArtMensch redet.

Wir sind göttlich in der Liebe, wir werdenKinderGottes, Gott liebt uns und will gar Nichts von uns, alsLiebe; das heisst: alle Moral, alles Gehorchen und Thunbringt nicht jenes Gefühl von Macht und Freiheit hervor,wie es die Liebe hervorbringt; aus Liebe thut mannichts Schlimmes, man thut viel Mehr, als man aus Ge-horsam und Tugend thäte.

Hier ist das Heerdenglück, das Gemeinschafts - Ge-fühl im Grossen und Kleinen, das lebendige Eins-Gefühlals Summe des Lebensgefühls empfunden. Das Helfenund Sorgen und Nützen erregt fortwährend das Gefühlder Macht; der sichtbare Erfolg, der Ausdruck der Freudeunterstreicht das Gefühl der Macht; der Stolz fehlt nicht,als Gemeinde, als Wohnstätte Gottes, alsAuserwählte.

Thatsächlich hat der Mensch nochmals eine Alte-ration der Persönlichkeit erlebt: diesmal nannte ersein Liebesgefühl Gott. Man muss ein Erwachen einessolchen Gefühls sich denken, eine Art Entzücken, einefremde Rede, einEvangelium, diese Neuheit war es,